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GESCHICHTSVEREIN ADLISWIL: Adliswiler Geschichte(n) - Mai 2007

"Auch Häuser haben Ihre Geschichte "

Gemäss Angaben des Statistischen Amts des Kantons Zürich gibt es in Adliswil aktuell 2071 Gebäude. Jedes einzelne davon hat seine Geschichte, die je nach Baujahr mehr oder weniger weit in die Vergangenheit zurückreicht. Manches Haus steht dabei auch an der Stelle eines älteren, das einem Neubau weichen musste. Jacques Ritz hat in seinen Publikationen über die bauliche Entwicklung von Adliswil verschiedene solche Beispiele dokumentiert. Das bekannteste aus jüngerer Zeit ist sicher der "Sunne"-Saal mit Restaurant, der der Erweiterung des Migros weichen musste.

Wie alt genau ein Haus ist, in welchem Jahr es also erbaut wurde, kann man auf verschiedenen Wegen feststellen. Mit der Einführung der obligatorischen Gebäudeversicherung, der sogenannten Brandassekuranz, erhielt ab 1812 jedes in einer Zürcher Gemeinde erbautes Gebäude eine Nummer und einen Eintrag in den sogenannten Lagerbüchern. In diesen Lagerbüchern wurden auch spätere Umbauten vermerkt, wenn sie eine Erhöhung der Versicherungssumme zur Folge hatten. So lässt sich die Baugeschichte eines Hauses mehr oder weniger lückenlos verfolgen. Allerdings wurden die Häuser in den 1920er Jahren auch in Adliswil neu durchnummeriert. Die heutigen Versicherungsnummern sind also nicht mehr identisch mit den ursprünglichen Nummern.

Einen schönen Überblick über den historischen Baubestand von Adliswil gibt der vom Grundbuchgeometer Jakob Meyer 1925 erstellte erste "Übersichtsplan der Gemeinde Adliswil", der bei jedem Gebäude auch die Versicherungsnummer vermerkt.

Die Brandassekuranz erfasste selbstverständlich auch die älteren, 1812 bereits bestehenden Gebäude. Ihr Baujahr fehlt aber in den Lagerbüchern und kann meistens nicht exakt bestimmt werden, es sei denn, der Besitzer lässt eine dendrochronologische Untersuchung seines Hauses machen (Datierung des verbauten Holzes mittels Verlauf der Jahrringe). Einfacher kann mit Hilfe des Zehntenplans von 1787 zumindest überprüft werden, ob das Haus in jenem Jahr schon gebaut war, also älter als 1787 ist.

Und dann gibt es noch die Häuser, die ihr Baujahr stolz für jeden sichtbar verkünden. Das schönste Beispiel in Adliswil ist die Liegenschaft Kilchbergstrasse 8. Auf dem steinernen Türsturz ist nämlich gleich alles verewigt: das Baujahr 1898, der Name des Hauses "Zur Friedau" und die Versicherungsnummer 480. Derart gesprächig sind Häuser selten!

Das älteste sichtbar datierte Haus in Adliswil steht im Weier an der Bucheneggstrasse und trägt am Längsbalken über der Fensterreihe der Südfassade die Jahreszahl 1646. Im Zentrum von Adliswil findet sich die Liegenschaft Kilchbergstrasse 2, gut sichtbar datiert 1733. Zeugen des ersten grossen Baubooms in Adliswil im ausgehenden 19. Jahrhundert sind neben dem Haus "Zur Friedau" das ehemalige Schulhaus Brugg, datiert 1894, und die Methodistenkirche, datiert 1895. Im frühen 20. Jahrhundert geht es weiter mit der katholischen Kirche, datiert 1903, und dem Sekundarschulhaus Zentrum, datiert 1910.

Danach werden sichtbare Baudaten selten: Die Bahnhofbrücke von 1926/27 ist zwar kein Gebäude, trägt aber am rechtsufrigen Brückenkopf eine entsprechende Inschrift. Unübersehbar datiert ist auch das Pumpwerk Soodmatte von 1940.

Hinweise auf weitere sichtbar datierte Gebäude in Adliswil nimmt der Geschichtsverein Adliswil gerne entgegen (christiansieber@hotmail.com)!

Christian Sieber

 
 
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